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Auto aus der Schweiz nach Deutschland importieren: so läuft es, das kostet es
Schweizer Gebrauchtwagen sind oft gut ausgestattet, gepflegt und günstiger als in Deutschland – aber die Schweiz ist kein EU-Land. Deshalb kommen Zoll und Einfuhrumsatzsteuer ins Spiel. Mit dem richtigen Papier sparst du den Zoll komplett. Hier der ganze Ablauf, von der Grenze bis zur Zulassungsstelle.

Zoll: 10 % – oder 0 % mit Ursprungsnachweis
Normalerweise verlangt der deutsche Zoll 10 % Zoll auf den Fahrzeugwert plus Transportkosten. Wurde das Auto aber in der EU oder in der Schweiz gebaut und kann der Verkäufer das mit einem Ursprungsnachweis (EUR.1 oder Ursprungserklärung auf der Rechnung) belegen, fällt der Zoll ganz weg. Bei einem Ford Kuga aus Spanien oder einem VW aus Deutschland klappt das meist, bei einem Toyota aus Japan nicht.
Tipp: Frag den Schweizer Händler schon vor dem Kauf nach dem EUR.1. Ohne Nachweis gibt es keinen Rabatt – auch nicht nachträglich.
Einfuhrumsatzsteuer: 19 % immer
Die Einfuhrumsatzsteuer von 19 % zahlst du immer, egal ob neu oder gebraucht. Berechnet wird sie auf Kaufpreis plus Transport plus (falls fällig) Zoll. Dafür bekommst du beim Kauf vom Schweizer Händler die Schweizer MwSt (8,1 %) zurück beziehungsweise sie wird bei Export gar nicht erst berechnet – lass dir die Ausfuhr an der Schweizer Grenze abstempeln.
Der Weg über die Grenze
An der Grenze meldest du das Auto zuerst beim Schweizer Zoll ab (Ausfuhr, Formular 18.44 bzw. Online) und dann beim deutschen Zoll an. Mitbringen: Kaufvertrag oder Rechnung, Schweizer Fahrzeugausweis, Ursprungsnachweis, Ausweis. Der Zoll berechnet Abgaben, du zahlst vor Ort (meist mit Karte) und bekommst die Unbedenklichkeitsbescheinigung – die braucht die Zulassungsstelle später zwingend.
Fahren darfst du mit den Schweizer Kennzeichen, solange sie gültig und versichert sind. Alternativ gibt es Schweizer Tageskennzeichen oder ein deutsches Kurzzeitkennzeichen (nur mit gültiger HU).
TÜV: HU oder Vollgutachten
Schweizer Autos haben fast immer eine EG-Typgenehmigung, dann reicht die normale Hauptuntersuchung (130 bis 160 €). Fehlt das CoC, brauchst du das Vollgutachten nach § 21 StVZO (150 bis 300 €). Das CoC bekommst du beim Hersteller-Importeur in der Schweiz oder in Deutschland, oft für 100 bis 200 €.
Zulassung in Deutschland
Mit Unbedenklichkeitsbescheinigung vom Zoll, Schweizer Fahrzeugausweis, CoC oder Gutachten, HU-Bericht, eVB-Nummer und Ausweis gehst du zur Zulassungsstelle: 30 bis 60 € Gebühr plus 20 bis 40 € für die Schilder. Die Kfz-Steuer wird per SEPA eingezogen.
Rechenbeispiel: Ford Kuga 2.5 Hybrid, 2022, 28.000 CHF (ca. 29.500 €)
Mit EUR.1 (in Spanien gebaut): Zoll 0 €. Einfuhrumsatzsteuer 19 % auf 29.500 € + 300 € Transport = 5.662 €. HU 140 €, Zulassung 45 €, Kennzeichen 30 €. Zusammen rund 5.880 € zusätzlich. Ohne Ursprungsnachweis käme Zoll von 2.980 € dazu und die Steuer würde auf den höheren Betrag berechnet: dann insgesamt rund 9.400 €.
Vergiss nicht die Schweizer MwSt, die du zurückbekommst oder gar nicht erst zahlst – das macht den Preisunterschied oft erst interessant. Unser Rechner rechnet beide Varianten in Sekunden durch.
Häufige Fragen
Fällt beim Auto aus der Schweiz immer Zoll an?
Nein. Mit einem Ursprungsnachweis (EUR.1 oder Ursprungserklärung) für ein in der EU oder der Schweiz gebautes Auto ist der Zoll 0 %. Ohne Nachweis sind es 10 %.
Wie hoch ist die Einfuhrumsatzsteuer?
19 % auf Kaufpreis plus Transportkosten plus Zoll. Sie fällt bei jedem Auto an, auch bei Gebrauchtwagen.
Bekomme ich die Schweizer Mehrwertsteuer zurück?
Ja, beim Kauf von einem Händler: Er berechnet bei nachgewiesener Ausfuhr keine MwSt oder erstattet sie nach dem Ausfuhrstempel. Bei Privatverkauf gibt es keine MwSt, also auch nichts zurück.
Darf ich mit Schweizer Kennzeichen nach Deutschland fahren?
Ja, solange die Kennzeichen gültig sind und eine Versicherung besteht. Nach dem Grenzübertritt solltest du das Auto aber zügig in Deutschland zulassen.
